Clubtreffen 2025 Nagold
Am Samstag, den 31.05.2025 fand das Frühjahrstreffen des HAMMOND Nostalgie Club e.V. in Nagold im Schwarzwald statt. Mit 41 teilnehmenden Mitgliedern war es das bestbesuchte Treffen seit vielen Jahren.
In der Mitgliederversammlung wurde ein neuer stellvertretender Vorsitzender gewählt. Am Nachmittag hielt Martin Müller einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Technik-Workshop zum Thema „Vor der Entsorgung gerettet - vom Schrottplatz auf die Bühne. Erfahrungsbericht über die Wiederbelebung einer völlig „abgerockten“ M100. Martin hatte in Anlehnung an die großen Konsolen einige Änderungen und Erweiterungen vorgenommen. Neben den „Standard“-Arbeiten wie Austausch elektrischer und mechanischer Bauteile erhielt die Tastatur ein Tapering, das fehlende Foldback wurde nachgerüstet, und Töne, die der M100-Generator nicht erzeugt, die aber in den Konsolen vorhanden sind, wurden mit Hilfe einer Frequenzverdoppler-Schaltung erzeugt. Klanglich präsentierte sich das „neue“ Instrument von seiner besten Seite. Insbesondere die Bassfülle im Untermanual, die durch die „künstlich“ erzeugten Töne möglich wurde, wusste zu überzeugen und brachte so manchen Anwesenden, der den Bass mit der linken Hand spielt, zum Träumen. Dass sich der immense Arbeitsaufwand gelohnt hatte, zeigte auch ein direkter Klangvergleich mit den beiden Konsolen (B3 und gechoppte RT3), die andere Mitglieder mitgebracht hatten. Auf die Frage, um was für eine Orgel es sich denn nun handelte, antwortete Martin Müller mit einem Schmunzeln: „Schwierig zu sagen. Es ist kein Spinett mehr, aber auch noch keine Konsole - ich würde sagen: es ist ein Konsonett.“
Mit einem großartigen öffentlichen Konzert des Thomas-Bauser-HAMMOND-Trios endete das Treffen. Das Trio spielte in der klassischen Orgeltrio-Besetzung: Orgel (Thomas Bauser), Gitarre (Werner Acker) und Schlagzeug (Herbert Wachter). Das Konzert fand im Zelt-Pavillon des Hotels statt, sodass im Hintergrund das Rauschen der direkt dahinter vorbeifließenden Nagold und zweitweise auch das eines ergiebigen Regens zu hören war. Das Trio spielte sowohl Jazz-Klassiker unterschiedlicher Stilrichtungen als auch eigene Kompositionen. Es begeisterte durch musikalische Vielseitigkeit, eine virtuose und geschmeidige Spielweise, abwechslungsreiche Arrangements, einen ausgewogenen und angenehmen Sound und ein Zusammenspiel, in dem die drei exzellenten Musiker aufs Beste miteinander harmonierten. Das Konzertprogramm enthielt Stücke von Wes Montgomery („Sundown,“ „Mister Walker“), Count Basie’s „Shiny Stockings,“ in dem Thomas Bauser den Bigband-Klang des Originals auf die Orgel übertrug, Pat Metheny’s stimmungsvolles „Travels“ oder Larry Goldings‘ Bearbeitung von Stevie Wonder’s „Big Brother.“ Aus Thomas Bausers Feder stammte der „Bossa Antiqua.“ Werner Acker steuerte seine Kompositionen „Keep it simple“ und „Cariffity“ bei, in dem sich Orgel und Gitarre in ihrem Solo die Bälle in einem schönen Wechselspiel einander zuwarfen und Herbert Wachter mit einem Schlagzeug-Solo brillierte. Mit einem filigranen Gitarren-Intro leitete Werner Acker die Jazz-Ballade „You don’t know what love is“ ein. Mit den beiden Zugaben „Li’l Darlin‘“ und „All the things you are“ endete ein wunderbares Konzert, das in allen sicherlich noch eine Weile nachgeklungen ist.